Waldregeneration

Wälder bio-dynamisch pflegen und bewirtschaften
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Auszüge aus Artikel, gedruckt in Zeitschrift Lebendige Erde 06/2003
von Gerrit Rost und Thomas Link (Arbeitsgruppe Bio-dynamischer Waldbau)

Seit Anfang des Jahres 2002 treffen sich Förster und Waldbesitzer, um sich über eine biologisch-dynamische Pflege und Bewirtschaftung von Wäldern auszutauschen. Die AG biologisch-dynamischer Waldbau wurde initiiert und organisiert von Thomas Link, Mitarbeiter der HERA-Forschungsstelle für ökologischen Landbau und Pflanzenregeneration. Sowohl an biologisch-dynamischen Leitlinien für Wälder, als auch an der systematischen Erarbeitung und Erforschung der Zusammenhänge im Wald arbeitet die Gruppe.

Die Bedeutung des Waldes für die Fruchtbarkeit der Äcker

Nach Rudolf Steiner ist der Wald so zu bewirtschaften, dass die Äcker fruchtbar werden - Aufgabe für uns als Waldbauern. Und auch von den Landwirten ist dies zu berücksichtigen. D.h. der Wald hat eine besondere und bedeutende Rolle für die Fruchtbarkeit der Erde. Diese kann zusammenhängen mit

  • der besonderen Astralität um die Bäume und der Lebendigkeit des Bodens im Wald (bei einem gesunden Wald!),
  • dem Verbinden von Himmel und Erde durch die Pflanze - was für Bäume auf ganz besondere Weise gilt. 
    ”Das Ich der Pflanze ist im Mittelpunkt der Erde”, so Steiner. Die Wurzeln sollen dazu eine Beziehung herstellen.

    Beispiel Ortstein:
    Bei Ortstein und Humus-Ortstein können sich die Wurzeln nicht richtig entwickeln, durchdringen den Boden nicht. Wie beeinträchtigt dies die Wurzeln zu einer Verbindung zum Erdmittelpunkt und was können wir tun, damit die Wurzeln sich entwickeln können? Auch die Verschulung von Bäumen ist unter diesem Aspekt in den Blick zu rücken, besonders bei Bäumen mit Pfahlwurzeln (z.B. Eichen)! Hier wird die Wurzelentwicklung zur Verbindung der Ich-Kraft der Erde durch das Unterschneiden der Bäume beeinträchtigt.

Kommt es ebenso wie bei der Hof-Individualität, zu einer Wald-Individualität? Jeder Standort gibt einen ganz eigenen Impuls, wenn er gesund ist. Dies rückt die Bedeutung von Wald weltweit in ein besonderes Licht.

Die Frage des Stickstoff-Eintrags in den Wald

Früher konnte die Buche auf armen Böden den Eichen nicht zur Konkurrenz werden. Jedoch ist die Buche eine sehr gute Stickstoff- Verwerterin und wächst durch den Stickstoff-Eintrag aus der Luft viel schneller als die Eiche, sticht durch das Kronendach durch, um dann die über hundert-jährigen Eichen zu bedrohen. Dies kann man überall beobachten - alte Eichen werden bedrängt und können sterben, junge Eichen kommen nicht nach, weil das Kronendach zu wenig Licht durchlässt. Interessanterweise wachsen die Eichen durch mehr Stickstoff nicht schneller. Bei Ahorn wurde dagegen beobachtet, dass eine Stickstoff-Düngung zu einem sehr schnellen Zuwachs führt, der Baum anschwillt und nach einiger Zeit die Rinde vertikal aufplatzt.

Ein weiteres Problem des Stickstoffeintrags ist, dass er eine stoffliche, wasserlösliche Düngung darstellt, statt zur Verlebendigung des Bodens beizutragen. Wird dadurch der Anschluss an die Umkreis- und Erdenkräfte des Baumes/Waldes beeinträchtigt? Wäre eine Stärkung dieser Bindung zum Beispiel mit Präparate-Anwendung oder auf andere Weise möglich?

Die Frage des Präparate-Einsatzes im Wald und Waldkomposte

Wie bekommt man ein Gefühl dafür, ob es richtig ist, im Wald Präparate zu spritzen, die ja eigentlich für die Landwirtschaft geschaffen wurden?...Jedoch hat Steiner auch darauf hingewiesen, dass Präparate an möglichst vielen Stellen angewendet werden. Sollte die Frage nicht eher lauten, ”warum die Präparate im Wald nicht anzuwenden”?

Der Wald stirbt, auch in den ”geschützten” Naturparks. Ohne das Eingreifen des Menschen kann der Wald die schädlichen Einflüsse von Umweltverschmutzung, Strahlungsbelastung etc. nicht verkraften. Tragen nicht Präparate ganz entscheidend dazu bei, die Selbstregulierungs- und Heilungskräfte des Wald- und Landschaftsorganismus zu stärken? Präparate stärken auch das Wirken der Elementarwesen. Brauchen wir nicht auch deren Hilfe in unseren geschädigten Wäldern? Aus Projekten, wo Präparate im Wald angewendet werden, wird u.a. eine erhebliche Zunahme der Bodenaktivität, die Zunahme der Regenwürmer, Waldameisen und das Auftauchen seltener Blühpflanzen beobachtet.

Vielerorts im Wald ist die anwachsende Rohhumusschicht zu beobachten. Wenn als Zeichen eines gesunden Waldbodens die ”Verdauung” der Vorjahresblättermasse gelten kann, krankt der Boden sehr. In Komposten im Wald kann die aufgestaute Masse konzentriert und so die Verdauung des ”Organismus Wald” angeregt werden (mit Kompostpräparaten). Der konzentrierte Verdauungsprozess in den Komposten kann wiederum auf den Waldboden zurück strahlen und nun für weitere Kompostierung des organischen Materials sorgen.

Die Arbeitsgruppe Bio-dynamischer Waldbau trifft sich mehrere Male im Jahr.
Termine finden Sie hier.
Kontakt unter: info@netzwerk-ueber-leben.de.